| Ein Statement von Außenminister Westerwelle zeigte, wie wenig man von der Geschichte der eigenen Behörde wissen muss, um sie dennoch leiten zu können. Es zeigt auch, daß kaum eine andere politische Institution so erfolgreich war, wie das Auswärtige Amt. Seit der Kolonialzeit hat es eine nach der anderen Regierung überdauert; Kriegen, Diktaturen, Republiken und feindlichen Angriffen getrotzt. Die Revolution von 1918 und der Sturz der Monarchie konnten es nicht abschaffen, die Nazis nicht und nicht der Kalte Krieg. Auschwitz konnte seinen guten Ruf nicht beschädigen, Konsul Weyer sein Ansehen nicht schmälern; die deutsche Wiedervereinigung ist am Auswärtigen Amt praktisch spurlos vorübergegangen wie an einem Lichtspieltheater in der Uckermark. Joschka Fischer war sicher nicht der Richtige, um im Keller nach irgendwelchen Leichen zu graben, er ist zu verschieden von denen, die das Haus seit mehr als hundert Jahren hüten. Bei allem, was die deutsche auswärtige Diplomatie auch immer fertigbrächte, sie würde nie, niemals in Turnschuhen auf dem Parkett erscheinen.
den Text lesen und mehr zum Thema |